2.1 geschäfte machen im Web 2.0

eine aktuelle betrachtung der chancen und risiken von web 2.0-geschäftsmodellen

Im Internet steckt sehr viel Energie. Genau wie in den Menschen, die es „machen“. Wie kann man diese Energie effizient nutzen, um Mehrwerte zu schaffen und auch ökonomisch erfolgreich zu sein? Dazu werden zunächst die aktuellen sozio-demografischen und psychografischen Variablen betrachtet und anschließend die wichtigsten Lektionen zusammengefasst.

großes geld im „world wide web“

Der Traumberuf des beginnenden 21. Jahrhunderts: Nicht mehr Rockstar oder Topmodel, sondern Internet-Unternehmer. Reich werden wir, die Gründer von MySpace, YouTube oder studiVZ, das treibt heute nicht mehr nur „nerdy“ IT-Absolventen an. Ob BWL-Student, freiberufliche Esoterikerin oder arbeitsloser Pädagoge: Jeder hat eine Idee für ein soziales Netzwerk, eine Rechercheseite oder einen Community-Shop; schreibt einen Blog, spricht einen Podcast oder ist aktiv auf einem You- Tube-Kanal. Jeder wünscht sich die Millionen Nutzer. Und jeder hofft darauf, so auf die Einkaufslisten großer Investoren zu kommen, die dann Millionenbeträge überweisen und fürs „Geschäftsführen“ dicke Gehälter bezahlen.

Nüchtern betrachtet handelt es sich hier um das Hollywood-Syndrom: Von den Millionen Angeboten im Internet (in L.A. sind es Schauspieler) werden es sehr wenige schaffen, die Wünsche des Erfinders und Betreibers wahr werden zu lassen. Die Chancen für realistischere Personen, daraus einen soliden Grunder-werb oder Nebenverdienst zu erreichen, stehen schon besser und es wird sicherlich für viele Möglichkeiten geben. Doch die allermeisten Start-ups der Web 2.0-Welle werden von der Masse überhaupt nicht entdeckt, von wenigen erinnert und verkümmern auf anonymen Webservern in riesigen Rechenzentren.

So bleibt das „große Geld im Internet“ wenigen vorbehalten. Die meisten davon werden aus asiatischen oder nordamerikanischen Gefilden kommen, weil dort die Zielgruppen für den Mehrwert der Web 2.0-Angebote größer sind und schneller mehr potenzielle Mitglieder erreicht werden können. Vergleichbare Nutzerzahlen in Europa sind schon aufgrund der Aufwände für internationales Marketing und der Sprachenvielfalt für ein Start-up schwer zu realisieren.

Trotzdem gibt es Chancen für deutsche und europäische Internet-Geschäftsmodelle. Wer elegant Risiken umschifft und aus zahlreichen Lektionen anderer Abenteurer lernt, hat guten Grund, sein digitales Glück zu suchen.


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