wikis und web 2.0 im agilen unternehmen von morgen
Wir haben in diesem Artikel die Grundprinzipien, Einsatzbereiche von und Erfahrungen mit Wikis für das Wissensmanagement im Unternehmen gezeigt. Auch die Wikis von morgen werden aber nach unserer Einschätzung nur eine von mehreren Bausteinen sein, um Unternehmen agiler zu machen. Agiler heißt:
- Nicht nur Effizienz, Stabilität und Fehlerfreiheit in gut kontrollierbaren Prozessen zu beherrschen, sondern ebenso Innovation, Dynamik und Kreativität;
- Feedbackzyklen zu verkürzen;
- auch die Kreativität von Kunden, Partnern und der Öffentlichkeit einzubinden;
- Wissensarbeiter als die Schlüsselressource des Unternehmens gemeinsam produktiver zu machen
Zukünftige IT kann dies in vielerlei Hinsicht unterstützen (vgl. darüber hinaus BITKOM 2007):
Integriertes Kompetenzmanagement. In vielen Großunternehmen existiert bereits ein von der Personalabteilung betriebenes zentrales, explizites Kompetenzmanagement. Dabei werden Kompetenzen modelliert, explizit von Mitarbeitern erfasst, und dienen dann unter anderem zur Zusammenstellung von Teams und zum Abgleich zwischen Bestand und Bedarf. Networking- Portale wie Xing zeigen das Potenzial dezentraler, unternehmensübergreifender Lösungen. Auch Blogs können funktionierende Netzwerke zwischen den Experten in einem bestimmten Gebiet bilden. Sie weisen den Weg zur impliziten, IT-gestützten Identifizierung von Kompetenzträgern über die von ihnen verantworteten Inhalte (vgl. Braun: 2007).
Jenseits der unternehmensweiten Suche. Heute sind Unternehmen schon glücklich, wenn sie für alle Informationssysteme einen gemeinsamen Zugang, zum Beispiel als Portal, mit Single Sign- On und gemeinsamer Suche, anbieten können. Für viele Szenarien ist es jedoch notwendig, Informationen aus verschiedenen Systemen zu organisatoriverknüpfen, was heute noch oft manuell, beispielsweise per Tabellenkalkulation geschieht. Das Veröffentlichen von offenen Dienstschnittstellen (SOA) ermöglicht in Zukunft Mashups mit wenigen Zeilen Code zu bauen. Zweitens gibt es bei der Suche noch viele ungenutzte Möglichkeiten zur Kollaboration: So lassen sich aus einer Analyse der Suchanfragen in einem Unternehmen möglicherweise Wissensbedarfe aufspüren; Communities von Wissenssuchenden können gebildet werden; beim Ranking von Ergebnissen kann vergangenes Verhalten von Teamkollegen berücksichtigt werden, und viele andere mehr.
Abb.2: Eine integrierte Sichtweise auf Wissens-, Geschäftsprozess- und Kompetenzmanagement sowie E-Learning (Bildquelle: Kunzmann und Schmidt 2007)
Wissensreifung – von persönlichen Notizen bis zum Embedded Learning. Die Wissensreifungstheorie (Maier und Schmidt 2007) verkörpert die Idee, dass Wissen in Unternehmen einen Reifungsprozess von informellen Ideen, Ganggesprächen und Notizen hin zu formalisiertem, standardisiertem Lernmaterial durchläuft. In heutigen Unternehmen wird dieser Reifungsprozess jedoch mehrfach durch organisatorische und technische Barrieren behindert. Wikis können heute schon mittlere Phasen dieses Prozesses überbrücken, da sie sowohl für schnelle Notizen als auch für große Kompendien geeignet sind. Zukünftige Lösungen werden den gesamten Reifungs- und Aktualisierungsprozess unterstützen (Braun und Schmidt 2007).
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