standortbestimmung
Für Geschäfte bedarf es Kundschaft. Egal ob die Erlöse von Werbekunden oder den Nutzern selbst kommen sollen – erst einmal muss jemand durch die virtuelle Türe treten. Dabei hilft es stark, wenn man sich erst einmal ein Bild vom Markt macht: den Nutzern, deren Probleme, Erwartungen, Sorgen und Wünsche sowie den Nutzungs-Voraussetzungen (Abb.1).
Abb.1: Nationales Wachstum der Internet-Nutzer
(Bildquelle: (N)Online-Atlas 2007 | TNS INFRATEST)
Zunächst also einmal der Gesamtmarkt. Laut aktueller Ergebnisse der AGOF (www.agof.de) sowie des (N)Onliner-Atlas der TNS Infratest sind gut 60 Prozent oder knapp 40 Millionen der Deutschen regelmäßig im Internet (Ergebnisse AGOF 2007-II und des 2007er Atlas).
Gut 40 Prozent waren erst gestern „surfen“, was einer Intensiv-Nutzer-Gemeinde von 27 Millionen Menschen entspricht (Abb.2-4). Dass die Dichte der Nutzer mit zunehmendem Alter sinkt, erklärt sich von selbst; genauso die Verteilung über weitere, demografische Variablen wie Bildung und Haushaltseinkommen (siehe Diagramme). Wir können also davon ausgehen, dass unsere Nutzer eher jung sind und wenige materielle Sorgen haben. Weiterhin sind sie eher gebildet oder auf dem besten Weg dorthin (Abb.5).
Abb.2: Anteil der Internet-Nutzer nach Alter
(Bildquelle: (N)Online-Atlas 2007 | TNS INFRATEST)
Abb.3: Bildung und Ausbildung der Internet-Nutzer
(Bildquelle: (N)Online-Atlas 2007 | TNS INFRATEST)
Abb.4: Monats-Haushalts-Einkommen der Internet-Nutzer
(Bildquelle: (N)Online-Atlas 2007 | TNS INFRATEST)
Abb.5: Thematische Nutzungsschwerpunkte in Prozent
(Bildquelle: internet facts 2007/II | AGOF)
Der nächste Sprung geht nun also in Richtung Nutzerverhalten: Welche „Dinge“ fragen sie im Internet konkret nach? Und wie verbreitet und benutzt sind Web 2.0-Inhalte und -Funktionen (Abb.6)?
Abb.6: Genutzte Online-Anwendungen in Prozent
(Bildquelle: ARD/ZDF Online-Studie 2007)
Wie die Abbildung darstellt, wird die meiste Zeit im Internet mit alt bekannten Themen verbracht: Mailen, Surfen, Banking. Das machen selbst die „Silver Surfer“ und „Best Ager“ mit. Dünner wird die Luft bereits bei der Nutzung von audiovisuellen Medien sowie beim Shopping. Und die Aktivitäten der frühen Mehrheit könnte man Angeboten zuordnen, die nahe an die Definition vom Web 2.0 kommen.
Diese Realität muss man neutral vor Augen haben. Die Nutzungszahlen und die Intensität für die neuen Angebote steigen und werden dies weiterhin tun, während die Liste von oben verlängert wird. Aber wer heute startet, kann nicht damit rechnen, dass alle aktuellen Internet Nutzer sofort auf seinen Zug aufspringen. Mitunter kann es eine Weile dauern, bis sich eine kritische Masse gefunden hat. So kann es zum Beispiel keiner erklären, warum Friendster nie abhob und MySpace schnell sehr hoch flog – wahrscheinlich war es einfach vor seiner Zeit.
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