fazit
Das Internet der ersten Generation kommt in die Jahre. Damit einher geht der Wunsch nach Neuem, nach Modernität, mehr Komfort und besserer Bedienung. Etablierte Anbieter werden ihre Webauftritte mit neuen Services anreichern müssen, zum Beispiel durch Kundenmeinungen und -bewertungen, wenn sie mithalten wollen.
Kunden werden sich stärker einbringen wollen und können.Echte Partizipation bedeutet dabei nicht nur, sich über Produkte zu informieren, sich über diese in Blogs auszutauschen und Bewertungen zu schreiben, sondern auch die Produkte direkt mitzugestalten. Ideen wie beim neuen Fiat 500 werden Schule machen: Online können die Benutzer über Aussehen und Ausstattungsmerkmale mitbestimmen, die Öffentlichkeit entwickelt am zukünftigen Auto mit (FIAT500.com). Diese Grundidee lässt sich auf viele Produkte übertragen.
Es lässt sich verstärkt beobachten, dass die Medien nicht nur über neue Entwicklungen im Web berichten, sondern gleich selbst einsteigen. Holtzbrinck kaufte Ende 2006 studiVZ für einen fast dreistelligen Millionenbetrag und Pro Sieben hält 30 Prozent von MyVideo. Medien und Mediennutzung verändern sich, über das Web lässt sich beispielsweise das Fernsehprogramm mit Trailern und Ausschnitten bewerben, im Web kann man dann später über das Gesehene seine Meinung abgeben und Sendungen bewerten. Zeitungen lassen zu ihren Artikeln bloggen und drucken wiederum die interessantesten Beiträge. Die Medien gehen zusammen: Konvergenz statt Konkurrenz.
Verstärkt muss untersucht werden, welche Nutzergruppen in Web 2.0 aktiv sind. Jugendliche nutzen MySpace, Studenten treffen sich in studiVZ und ältere Nutzergruppen nutzen mobile Services und Blogs? Ganz so einfach ist es sicher nicht, bisher fehlen aber detaillierte Untersuchungen, um Angebote noch genauer auf die Kunden zuschneiden zu können. Mit Sicherheit wachsen wird der Bedarf an mobilen Lösungen.
Dazu kommen die Ansprüche an die soziale Kommunikation. Sozialer Austausch allein über das Internet wird auch zukünftig den meisten Usern nicht ausreichen, es werden also auch zukünftig – vielleicht sogar noch mehr – ergänzende Möglichkeiten für den Austausch im realen Leben gefragt sein: Netzwerk- und Regionaltreffen, Arbeitskreise, Chat- und Datingpartner, Teams wollen sich nicht nur online sondern im echten Leben treffen und austauschen. Diese Treffen wiederum müssen organisiert und koordiniert werden, und das geht am besten mit sozialer Software…
autorin:
Astrid Beck ist Geschäftsführerin von GUI Design und hat eine Professur an der Hochschule Esslingen inne. Ihre Beratungsund Lehrschwerpunkte sind die Gestaltung von Benutzungsoberflächen und Usability, Konzeption von Webprojekten sowie Methoden und Verfahren für die Software-Entwicklung, wie zum Beispiel Anforderungsermittlung und Test.
Astrid Beck ist Sprecherin des Fachbereichs Mensch-Computer-Interaktion der Gesellschaft für Informatik (GI) und Mitherausgeberin von Web 2.0, HMD - Praxis der Wirtschaftsinformatik, Juni 2007.
Prof. Astrid Beck
Hochschule Esslingen
Fakultät Informationstechnik
Studiengang Softwaretechnik und Medieninformatik
Mensch-Maschine-Schnittstellen
Flandernstr. 101
73732 Esslingen
E-mail: Astrid.Beck@hs-esslingen.de
Website: www.it.hs-esslingen.de
literatur:
- ARD/ZDF-Online-Studie, 2007:
URL = http://ard-zdf-onlinestudie.de/ (17.11.2007) - OnlineStar, 2007:
URL = http://www.onlinestar.de/ (17.11.2007)
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