1.1 zweitgeist - möglichkeiten zum leben im web
„Die Menschen verbringen immer mehr Zeit im Internet und integrieren es zunehmend in ihr tägliches Leben. Es beeinflusst ihr Kaufverhalten, ihr soziales Leben und ihre Hobbies, verbindet sie mit Freunden und Familie, kurz gesagt, es ist ein essentieller Lebensbestandteil geworden“, so fasst der 8. Faktenbericht von tns Infratest seine Studien über die Nutzung des Internets zusammen.
Die Möglichkeiten, die das Internet den Menschen bietet, deckt zunehmend viele ihrer Bedürfnisse. In den ersten Jahren erfüllte das Netz vor allem Informationsbedürfnisse. Das Internet war dominiert von Business-Angeboten, Produkt- und Unternehmensdarstellungen, die wesentlichen Nachrichten-Portale waren Online- Abteilungen etablierter klassischer Medien. Web 2.0 stellt jetzt besonders Kommunikationsbedürfnisse, soziales Verhalten und Beziehungen in den Mittelpunkt und bietet den Menschen Möglichkeiten zur Partizipation und Erstellung eigener Inhalte, wie sie vorher noch nie dagewesen sind. Entertainment-Anwendungen gewinnen zunehmend an Gewicht, die Nutzer nehmen ihre Chance wahr, Inhalte selbst zu gestalten, zu veröffentlichen und ein Teil des Schwarms zu werden. Ein wesentlicher Aspekt von Web 2.0 ist der Perspektivenwechsel vom Geschäftlichen zum Privaten. Der Mensch als Individuum, als Akteur und Gestalter steht dabei im Mittelpunkt.
warum web 2.0 bei nutzern gut ankommt
Viele Web 2.0-Anwendungen lassen erkennen, welche Bedürfnisse zunehmend online erfüllt werden können. Beispiel Social Networking- Angebote: Sie zielen einerseits auf das Bedürfnis nach Gesellschaft ab, besonders deutlich zeigt sich dies in den stark frequentierten Dating- Portalen, einer besonderen Form des Networking. Andererseits sind Networking und Dating-Applikationen auch eine Möglichkeit zur Selbstdarstellung. „Mein Haus, mein Auto, mein Boot…“, so oder ähnlich stellen sich viele User-Profile in Networking-Plattformen dar. Das ist sinnvoll, denn klappern gehört zum Handwerk. Auch Blogs sind häufig selbstdarstellerisch motiviert. Ist die Darstellung einigermaßen unterhaltsam oder dramatisch, gewinnt der Blog eine wachsende begeisterte Fangemeinde, in manchen Fällen kann man sogar von Freundeskreis oder Netzwerk sprechen.
Die neuen Web-Akteure müssen sich einerseits von der Masse abheben, andererseits finden sich oft allein durch die Reichweite der Veröffentlichung im Internet viele Gleichgesinnte, Neugierige und heimliche Bewunderer und damit die Zuordnung zu einer Peer-Group. Zusammengefasst sprechen die Web-Anwendungen der zweiten Generation folgende Bedürfnisse an:
- das Bedürfnis nach Gesellschaft (im Sinne vom Gegenteil der Einsamkeit),
- das Bedürfnis sich einzuordnen zu Gleichgesinnten, Peer-Groups und
- das Bedürfnis nach Selbstdarstellung (Eitelkeit, Status etc.).
Das ist der Grund, warum die Anwendungen bei Internet-Nutzern so gut ankommen, sie erfüllen deren Bedürfnisse.
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