2.2 in alten hasen steckt jede menge wissen
Wie eine Web 2.0-Anwendung unter alte-hasen.eu das Wissen von Senioren verfügbar macht
„Alte Hasen“ ist eine virtuelle Vermittlungsplattform für Senioren. Unternehmen, die einen Spezialisten für einen bestimmten Bereich benötigen, können hier nach Ruheständlern suchen, die dieses Know-how noch haben und ihr Wissen gerne zur Verfügung stellen.
„da kann ihnen keiner mehr helfen.“
Bei der über 40-jährigen Telefonanlage eines alten Fabrikkomplexes waren die Techniker der Telekom ratlos. Glücklicherweise konnte ein pensionierter Mitarbeiter reaktiviert werden, der sich in der speziellen Konfiguration der alten Firma auskannte und half, dass neue Büros in der alten Fabrik an das Datennetz angeschlossen werden konnten.
Momentan können solche unersetzlichen Spezialisten nur über persönliche Kontakte, aufwändige Recherche, Weiterempfehlung oder durch Zufall gefunden werden. Das will Wagnerwagner ändern und eine Informationsbasis bzw. einen Marktplatz schaffen, von dem alle profitieren können: zum einen die suchenden Unternehmen und zum anderen die Senioren, die ihr spezielles Wissen einbringen können und das Gefühl haben, gebraucht zu werden. Vor allem aber profitiert die Gesellschaft davon, dass künftig kein Wissen mehr ungenutzt brachliegt. So können alle Alters- und Lebensbereiche an den Vorteilen von Web 2.0 partizipieren, auch diejenigen, die nicht einmal wissen, was Web 2.0 überhaupt bedeutet.
alte-hasen.eu
Auf der Plattform www.alte-hasen.eu können Ruheständler, die ihr Wissen weitergeben wollen, ihr Profil eingeben. Das können ganz unterschiedliche Kompetenzen sein: Techniker können ihr Wissen über alte Maschinen anbieten, Apotheker ihr Know-how im Umgang mit Kunden und ehemalige Spezialisten können ihre Erfahrungen in der Branche an Gründer weitergeben.
web 2.0 im nicht-webaffinen umfeld
Für die in der Regel wenig Internet erfahrenen Senioren ist es aber nicht so einfach, mit solchen Plattformen zurechtzukommen. Die Angst, etwas „kaputt“ zu machen, versteckte Kosten oder Datenschutzbedenken sind in dieser Bevölkerungsgruppe allgegenwärtig. Bei der Entwicklung wurde daher darauf geachtet, die Benutzung so einfach wie möglich zu gestalten – trotz der vielen gesetzlichen Bestimmungen zum Datenschutz, die genau dies erschweren. Ein geläufiger Doppel Opt-in scheitert oft am Spamfilter der FreeMailer – und der Senior denkt, er hätte niemals eine Bestätigungsmail erhalten.
Wenn jemand gar nicht weiter weiß, kann er sein Profil auch per Telefon angeben. Viele ältere Menschen haben das Internet aber längst für sich entdeckt, die Computerkurse für Senioren boomen, und in diesem Jahr gab es laut der ARD/ZDF-Online-Studie im Netz mehr Über-60-Jährige als Unter-20-Jährige im Netz. Die so genannten Silver Surfer erobern das Internet.
Klassische Anwendungen wie E-Mail sind mittlerweile gelernt. Wenn die Web 2.0-Plattform dank Ajax das Look&Feel einer Software vermittelt, auf verständliche Begriffe bei der Benutzung geachtet wird und der Nutzer jederzeit informiert wird, was gerade passiert, werden die Benutzungsbarrieren effizient gesenkt.
Abb.1: Screenshot www.alte-hasen.eu
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