internationalisierung ausdehnen

Auch auf dem internationalen Parkett trieb die MFG im Jahr 2007 die Vernetzung voran. Mit Second Life (SL) hat die Innovationsagentur Pioniergeist bewiesen. Als andere noch darüber redeten, setzte sie gemeinsam mit dem Staatsministerium Baden-Württemberg eine virtuelle Präsenz des Landes Baden-Württemberg in der digitalen Welt um. Die Eröffnung erfolgte im März 2007. Nur elf Arbeitstage umfasste die virtuelle Zusammenarbeit mit den Anshe Chung Studios in Wuhan in China, bis die eigene Sim mit Bodensee und Schwarzwaldhaus nahezu vier Millionen „Bewohnerinnen und Bewohner“ zum Entdecken und Verweilen einlud. Gleichzeitig richtet sich der Auftritt auch an Hochschulen und junge Kreative aus dem Land, mit denen im digitalen „Innovation Park“ neue Formen der Kommunikation und Zusammenarbeit erprobt werden.

Ideale Möglichkeiten zur internationalen Kommunikation und Zusammenarbeit bieten Wikis. Deshalb werden sie v.a. in den EU-Projekten der MFG Baden-Württemberg verstärkt eingesetzt. Genutzt wird das Kollaborations-Tool z.B. im Projekt SPreaD (Strategic Project Management Tool-kit for Creating Digital Literacy Initiative). Das internationale Konsortium aus Deutschland, Spanien und den Niederlanden verfolgt das Ziel, Erfahrungen zum Management groß angelegter Bildungsprogramme im Bereich digitaler Medienkompetenz in Wirtschaft und Gesellschaft zu strukturieren und verfügbar zu machen. Dazu wird ein europaweit verzweigtes Netzwerk mit öffentlichen und privaten Institutionen und Initiativen aufgebaut. Das englisch-sprachige Wiki sowie die viersprachige Projekt-Website sind Beispiele für eine derartige angewandte Vernetzung.

Auch die Partner des EU-Projekts SYNEBIS setzen in ihrer Kommunikation auf ein Wiki. Das Ziel des Projekts ist, den Austausch von regionalen Best-Practice-Maßnahmen zwischen KMU-Initiativen zu unterstützen und zu forcieren. Die grenzenübergreifende Zusammenarbeit der fünf Projektpartner aus Deutschland, Spanien, Tschechien sowie England und Kanada wird durch das eigens entwickelte englischsprachige Wiki perfekt ergänzt. Darüber hinaus können sich europaweit interessierte Akteure aus dem öffentlichen Bereich über Best-Practices und erfolgreiche Maßnahmen zur Förderung von E-Business bei kleinen undmittelständischen Unternehmen informieren.

Das Projekt FOKUS setzt vor allem bei der Verbreitung der Projektergebnisse des Vorgängerprojekts SYNEBIS auf Social Software. Das bereits etablierte Wiki soll konsequent weiterentwickelt und verbreitet werden. Ergänzt wird das Wiki um weitere interessante Anwendungen. So wird auf der Basis der SYNEBIS- Ergebnisse ein Online-Trainingsmodul entwickelt. Auch Beratung ist fortan virtuell möglich: Dazu soll ein Helpdesk in Second Life eingerichtet werden, an dem sich interessierte Akteure individuell beraten lassen können.

Innovative Social Software-Lösungen haben auch für die Kreativwirtschaft eine enorme Bedeutung, revolutionieren sie doch geradezu die Marketing- und Absatzmöglichkeiten der Unternehmen. Auch bei der europaweiten Vernetzung der kreativen Branche, die im Rahmen des CReATE-Projekts in den Mittelpunkt rücken wird, kommen Social Software-Anwendungen eine wichtige Rolle zu. Ziel des Projekts ist die Entwicklung konkreter Innovationsstrategien und Handlungsempfehlungen für die Kreativwirtschaft des Landes. Dabei werden Innovationen in viel versprechenden Bereichen wie e- Marketing, e-Publishing, e-Design, e-Learning, Games oder Wissensmanagement gefördert. Die technischen Möglichkeiten des Web 2.0 erleichtern auch eine direktere Kommunikation zwischen Bürgern und Politikern. Im Rahmen des EU-Projekts VoicE plant die MFG bis August 2008 ein Portal für e-Participation zu schaffen, mit dem Bürger direkt mit ihren EU-Abgeordneten in Brüssel in Kontakt treten und an der Gesetzgebung im Feld Verbraucherschutz mitwirken können. VoicE ist als Pilotprojekt angelegt, das einerseits neue technische Möglichkeiten politischer Beteiligung mittels strukturierten Debatten in Foren und Livechats, Abstimmungen und Umfragen testen soll, andererseits das Interesse und Verständnis der Bürger für die politischen Entscheidungsprozesse in der EU wecken soll.

der blick in die zukunft

Seit drei Jahren verfolgt die MFG kontinuierlich, was im Social Software-Bereich geschieht. Die Ergebnisse der FAZIT-Forschung aus 2005 haben sich bestätigt, wenn wir sehen, welch tiefgreifende und wegweisende Veränderungen Web 2.0-Anwendungen und vernetzende Technologien in Wirtschaft und Gesellschaft gebracht haben.

Mit ihren regionalen, interregionalen und internationalen Projekten, mit ihren Initiativen, der blick in die zukunft den Wettbewerben sowie den Veranstaltungen hat die MFG die Web 2.0-Landschaft in Baden- Württemberg und europaweit maßgeblich geprägt. Die konsequente Arbeit entlang der Innovationskette „Bewusstsein – Forschungsanreize – Kommerzialisierung – Vernetzung & Internationalisierung“ hat dazu beigetragen, dass das Land heute in der ersten Social Software- Liga spielt.

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